… sind Strom und Bäche.« So beginnt der Osterspaziergang von Goethe und auch wir freuen uns nach dem langen »richtigen« Winter mit Schnee und Eis auf den Frühling, die bunten Frühblüher und wärmere Temperaturen. Doch während wir uns über die Sonne und den Osterspaziergang freuen, brennt die Welt und es herrscht ein Krieg, der auch unseren Alltag betrifft.
So ärgern wir uns alle über die steigenden Spritpreise. Aber wie sagte schon meine Oma: »Nichts auf der Welt ist so schlimm, als dass nicht irgendwer eine goldene Nase damit verdient.« Aber mal ganz ehrlich – wenn ich an das Leid der Menschen in den Kriegsgebieten denke, reduziert sich auch mein Ärger über die steigenden Spritpreise zu einem Luxusproblem. Wir müssen nicht bei -20° C ohne Heizung, Warmwasser und ohne Strom unter ständigem Beschuss leben und auch nicht die Nächte in kalten zugigen U-Bahnschächten verbringen. Wir erfahren von Kampfhandlungen, Abschüssen, Drohnen und den Drohgebärden der Mächtigen und sehen oft nicht die humanitäre Katastrophe, die sich in den an den Kriegen beteiligten Ländern abspielt.
Ständig und immer kann man auch nicht daran denken, aber immer mal wieder. Seit 81 Jahren leben wir ohne Krieg, ohne Hungersnöte und größere Naturkatastrophen. Wenn ich mit unserem Hund durch die schönen unterschiedlichen Landschaften unserer Gegend wandere, erfüllt mich das wirklich mit Dankbarkeit und ich bin froh darüber, dass wir (noch) nicht in den aktiven Krieg verwickelt sind. Natürlich ärgere ich mich auch über die steigenden Preise beim Benzin, es wird aber Frühling in Schleswig-Holstein und ich habe mein Fahrrad aktiviert, gut zu Fuß bin ich sowieso. Vielleicht gelingt es ja auch, häufiger mal Fahrgemeinschaften zu bilden und Kinder müssen nicht unbedingt bis vor das Schultor gefahren werden, auch nicht, wenn es regnet. Dann wäre außer der Spritersparnis auch noch das Chaos vor den Schulen behoben. Einsparmöglichkeiten gibt es sicherlich noch viele. Ich erinnere mich noch gut an die erste Ölkrise 1973/74, in der unsere Abhängigkeit vom Öl so richtig deutlich wurde. Es gab autofreie Sonntage und ein Tempolimit auf Autobahnen. Das ging damals, warum nicht jetzt?
Ärgern Sie sich nicht zu sehr, sondern starten sie mit der Fjord & Schlei maritim in ein hoffentlich wunderschönes friedliches Frühjahr im schönsten Teil des schönsten
Bundeslandes.
Ihre
Hanne Kreutzer



